Anforderungen an die technologische Infrastruktur im Internet der Dinge

Die Quelle für die folgenden Erörterungen stellt die Abbildung „The new technology stack“ des Artikels „How Smart, Connected Products Are Transforming Competition“ von Porter & Heppelmann aus der Harvard Business Review (November 2014) dar.

Die Entwicklung von intelligenten, vernetzten Produkten erfordert von den Unternehmen mehr als nur eine Modifikation der Hardware und Software ihrer bestehenden Produkte. Vielmehr muss eine völlig neue technologische Infrastruktur geschaffen und betrieben werden. Dies betrifft das Produkt selbst, die Konnektivität und die Cloud (Software, die entweder auf den Servern des Herstellers oder eines Drittanbieters ausgeführt wird).

Technology Stack
Vereinfachte, eigene Darstellung “The New Technology Stack” (Porter & Heppelmann, (2014). How Smart, Connected Products Are Transforming Competition. Harvard Business Review, S. 69)

Für das Produkt bedeutet dies sowohl eine Anpassung der Hardware als auch der Software. Die bestehenden elektrischen und mechanischen Komponenten des Produktes müssen durch Sensoren, Mikroprozessoren, Datenspeicher und Schnittstellen für den kabelgebundenen oder kabellosen Informationsaustausch ergänzt werden. Die somit verfügbare Rechenleistung gestattet den Einsatz von Embedded Betriebssystemen, ermöglicht es Applikationen direkt am Produkt auszuführen und erlaubt die Gestaltung von erweiterten Benutzerschnittstellen.

Bezogen auf die Konnektivität umfasst die Schaffung der erforderlichen technologischen Infrastruktur die Implementierung der Kommunikationsprotokolle für die Bereitstellung des Informationsaustauschs zwischen dem Produkt und der Cloud.

Die Cloud stellt die Summe aller Funktionen und Dienste dar, die außerhalb des physischen Produktes existieren. Für die Hersteller bedeutet dies den Aufbau und Betrieb oder die Akquirierung einer entsprechenden Serverinfrastruktur sowie die Aufrechterhaltung der betreffenden Services. Die Cloud umfasst eine Datenbank zur Verwaltung der vom Produkt erzeugten Daten, eine Plattform zur Erstellung von Applikationen, eine Rules-Engine (z.B. zur Verwaltung von Geschäftsregeln) und eine Analyse-Plattform sowie intelligente mit dem Produkt verknüpfte Applikationen, die auf den Servern des Herstellers anstelle direkt im Produkt ausgeführt werden.

Quer über diese drei Ebenen (Produkt, Konnektivität und Cloud) müssen Strukturen zur Authentifizierung der Benutzer und zur Sicherung der einzelnen Ebenen, ein Gateway für den Zugriff auf externe Informationsquellen und Möglichkeiten zur Einbindung der von den intelligenten, vernetzten Produkten gelieferten Daten in andere Business-Systeme (z.B. ERP, CRM und PLM) geschaffen werden.

Der Aufbau und die Aufrechterhaltung des dargestellten Technologie-Stacks, der für den Einsatz von intelligenten, vernetzten Produkten unabdingbar ist, erfordert erhebliche Investitionen und ein breites Spektrum an Fähigkeiten auf Gebieten wie Software- und Systementwicklung, Datenanalyse und Online-Security. Da klassische produzierende Unternehmen in der Regel nicht über alle dieser Fertigkeiten in ausreichendem Maß verfügen, sind sie in diesen Belangen auf die Unterstützung durch Technologielieferanten angewiesen.

Serie: Mit intelligenten, vernetzten Produkten in eine neue Business-Ära

Teil 1: Einführung
Teil 2: Die Bedeutung der Geschäftsmodell-Innovation
Teil 3: Grundsteinlegung durch strategische Entscheidungen
Teil 4: Die gültige Branchenlogik durchbrechen
Teil 5: 5 Wertschöpfungsstufen einer IoT-Applikation
Teil 6: Transformation der Wertschöpfungskette
Teil 7: Die Wertgenerierung von Dingen im Internet der Dinge
Teil 8: Grundlegender Aufbau von intelligenten, vernetzten Produkten

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