Nürnberg Marathon 2014 – „embedded world“

MarathonViele von uns haben ihn auf ihrer Liste: den once-in-a-lifetime Marathon, der uns spüren lässt, wie sich 42km in den Beinen anfühlen. Ich kann mein Häkchen schon setzen, denn genau so fühlten sich meine Beine nach 2 Tagen auf der embedded world in Nürnberg an.

Hierzu mein Marathontagebuch:

Tag 1 – Die Messe

Soeben am Nürnberger Messegelände angekommen, bin ich schon das erste Mal erstaunt. Schon im Eingangsbereich blickt man auf zwei übermenschliche Plakate mit dem Titel  „Internet of Things … Connected Devices„. Ich bin doch auf der Fachmesse für eingebettete Systemen und nicht auf einer Fachmesse für Machine-to-Machine-Kommunikation?

Beim Betreten der ersten Hallen wird schnell klar: zwei Tage sind nie und nimmer ausreichend um auch nur einen Bruchteil der interessanten Aussteller zu besuchen. In den fünf Hallen der Messe zeigen sich verschiedenste Anbieter von Tools, Komponenten und Serviceleistungen für jedes Stadium der Entwicklung von eingebetteten Systemen. Angefangen bei den Hilfsmitteln für Planung und Anforderungsanalyse bis hin zur Zertifizierung und dem Vertrieb solcher Systeme. Hat man einen Aussteller auserwählt, so beginnt trotz immer griffbereitem Hallenplan ein Orientierungslauf zwischen den Ständen. Vorbei an um Entwicklerboards kämpfenden Studenten und „Shiatsu – Gehirnwellenstimulations“-Massagestühlen zieht man dabei schon die ein oder andere Ehrenrunde. Das Ziel dann doch gefunden, ergeben sich immer wieder interessante Gespräche und neue Bekanntschaften. Spitzt man dabei seine Lauscher mal etwas genauer, nimmt man in den Hallen ganz leise das Flüstern der Maschinen untereinander wahr … M2M ist definitiv in aller Munde.

Tag 2 – M2M Area & Konferenz

Mit der eigens eingerichteten M2M Area unterstreicht die embedded world die Wichtigkeit des Themas. Modulhersteller, Provider, Gesamtlösungsanbieter tummeln sich in einem abgegrenzten Bereich und diskutieren über das Potential des M2M Marktes. Bei Cisco spricht man sogar von „50 Milliarden mit dem Internet verbundenen Geräten bis zum Jahr 2020″. Die Konferenz, also die eigene M2M Session, setzt sich hauptsächlich mit dem Thema IT Sicherheit auseinander: „Welche Risiken entstehen durch die anwachsende Konnektivität von Geräten und welche Maßnahmen sollten getroffen werden?“. Aber auch Themen wie „Das Lösen der Integrationsbarrieren zwischen M2M – Einzelkomponenten“ lassen mich vermuten, dass sich für viele noch grundsätzliche Fragen stellen.

Mein persönliches Fazit*:

Durch meine Tätigkeit bei einem M2M Gesamtlösungsanbieter nicht ganz unbeeinflusst, habe ich durch den Besuch der embedded world den Eindruck gewonnen, dass auch Einzelkomponentenhersteller den Mehrwert einer umfassenden M2M Lösung erkannt haben. Die meisten Hersteller bieten mittlerweile „zusammengestöpselte“ Gesamtsysteme an. Die Kommunikation zwischen den Komponenten mag zwar teilweise etwas holprig erfolgen, jeder spricht jedoch von einer funktionierenden Gesamtlösung. Der M2M Markt zeigt sich damit mittlerweile, nicht nur für den Kunden, als sehr undurchsichtig. Angefangen bei über SMS kommunizierenden Multicoresystemen mit 3D Displays bis hin zu Lösungen für den Medizinbereich lässt sich alles finden. Die Tatsache dass jedoch  M2M Geräte oft autark arbeiten und nur mit wenig Energie auskommen müssen, wird kaum berücksichtigt. Leistungsverbrauch, Sicherheit und eine effiziente Datenübertragung sind maßgebend für den stabilen Betrieb und die Betriebskosten solcher Systeme. Ich bin der Meinung, dass gerade die Erfüllung dieser grundsätzlichen Anforderungen über den Erfolg einzelner Firmen oder sogar dem gesamten M2M Markt entscheiden werden.

Die embedded world – oder vielleicht schon bald die M2M world ? – steht für mich auch nächstes Jahr schon als Pflichttermin im Kalender. Mit isotonischen Getränken, Laufschuhen und Pulsuhr im Gepäck versteht sich.

*Das Fazit spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors / der Autorin und nicht zwangsläufig die Ansichten des Unternehmens oder anderer Mitarbeiter wider.

Peter

Als Produktmanager ist Peter das Bindeglied zwischen Entwicklung, Marketing und Vertrieb im Hause Microtronics. Er kennt die Trends und Themen, die die M2M Community bewegen, aus erster Hand. Seine Erfahrungen von den wichtigsten Messen der M2M-Branche sowie Wissenswertes rund um die Produkte von Microtronics teilt Peter im Microtronics Blog mit Ihnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.