Wie M2M den Maschinenbau verändert

Ein Erfahrungsbericht von der smart.Remote Services Konferenz in Berlin von Microtronics Produktmanager Richard Holzer.

Produktmanager Richard HolzerMachine-to-Machine (M2M) Anwendungen halten Einzug in den Maschinenbau. Dies zeigte sich eindrucksvoll bei der Fachkonferenz smart.Remote Services in Berlin (19.09. – 20.09.2013), bei der eine Vielzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihre Lösungsansätze präsentierten und über maschinenbauspezifische Herausforderungen diskutierten. Microtronics war als Technologielieferant ebenfalls vertreten und konnte sich an vielen spannenden Fachdiskussionen beteiligen.

Was bedeutet M2M für Maschinenbauer? Durchwegs alle Beteiligten sind sich einig darüber, dass die Vorteile der M2M Technologie für eine qualitativ hochwertige Fertigung und eine Sicherstellung des Produktionsprozesses nicht mehr wegzudenken sind. Speziell zwei Anwendungsfälle hatten die Branchenvertreter am Radar: die Zustandsüberwachung oder Condition Monitoring und das Remote- oder Tele-Service.

Die Zustandsüberwachung ist für einen reibungslosen Betrieb der Maschinen und Anlagen von großer Bedeutung. Hersteller sammeln wichtige Prozessdaten ihrer Maschinen mit dem Zweck qualitätssichernde Maßnahmen einzuleiten und den Produktionsprozess im optimalen Bereich zu halten. Ebenso wichtig ist es, kostspielige Schadensfälle zu vermeiden und Stillstandzeiten zu minimieren. Hier spielt M2M eine wichtige Rolle als zuverlässiger Datenlieferant sowie für eine zentrale Datenverwaltung. Remote Service ist vor allem dann notwendig, wenn einzelne Maschinen vom Service Personal aus der Ferne erreicht werden müssen. Konfigurationsänderungen können so einfach ohne langwierige Anfahrtszeiten durchgeführt werden. Mit einem kleinen Support Team können eine Vielzahl an Betreibern und Maschinen effizient betreut werden. Für Hersteller ist M2M somit eine lohnenswerte Erweiterung der Produktlandschaft. Die Sicherstellung der Qualität erhöht Kundenzufriedenheit und Kundenbindung, neue Dienstleistungen für den Betrieb der Anlagen sichern den Produktionsprozess und generieren zusätzliche Umsätze.

M2M MaschinenbauDem Nutzen von M2M stehen aber auch einige Herausforderungen gegenüber. Eine häufig angesprochene Herausforderung ist die Einführung solcher Serviceprozesse in ein Unternehmen. M2M Anwendungen betreffen meist sämtliche Unternehmensbereiche, von der Entwicklung bis zum Vertrieb und dem Service. Dies erfordert schon im Vorfeld eine detaillierte Planung mit allen Beteiligten. Zudem handelt es sich um Technologien und Dienste, die neuartig sind. Zum üblichen Verkaufsprozedere gesellen sich nun Dienste, die eine sehr innovative Verkaufsstrategie erfordern. Die vorhandenen Preismodelle bieten möglicherweise nicht die passenden Strukturen. Auch Vergleiche mit bestehenden Lizenzmodellen sind auf Grund der Neuartigkeit schwierig. Eine Entwicklung solcher Dienste gemeinsam mit dem Kunden ist empfehlenswert und bringt die nötige Transparenz mit sich. M2M ist ein Veränderungsprozess, der Zeit benötigt um zur Reife zu gelangen.

Ein ebenso häufig diskutiertes Problem ist die Frage nach der Sicherheit. Der Fernzugriff erfordert eine physikalische Netzwerkverbindung zwischen unterschiedlichen Standorten, was sehr schnell in einer Sicherheitsfrage endet und demzufolge sehr komplex in der Realisierung ist. Manche Betreiber von Maschinen und Anlagen betrachten einen Fernzugriff von anderen Standorten als ein Eindringen in ihre IT-Infrastruktur. Eine Standardtechnologie, das Virtuelle Private Netzwerk (VPN), wird aus diesem Grund sehr häufig eingesetzt.

VPN wird als „sicherer Punkt-zu-Punkt-Transportkanal“ für Daten eingestuft, nichtsdestoweniger ist auch dessen Sicherheitsniveau häufig anzweifelbar und die technische Lösung wird zusätzlich mit einer Vielzahl an Firewalls und Zugangsbeschränkungen vielfach komplexer. Eine Lösung, die im besten Fall Remote Service Zugriffe erlaubt. Für ein qualitativ hochwertiges Monitoring von Maschinen ist VPN aber gänzlich ungeeignet. Eine automatisierte Zustandsüberwachung ist ein präventiver Vorgang, der permanent und automatisiert stattfindet. VPN-Netze versagen in diesem Fall, da VPN nicht regelmäßig, sondern nur im Bedarfsfall eingesetzt werden kann. Für eine kontinuierliche Zustandsüberwachung sind daher neue Technologien erforderlich, wie sie beispielsweise von Microtronics Engineering angeboten werden.

Maschinenbau PersonalMicrotronics hat sich auf eine effiziente und kabellose Datenerfassung und –übertragung spezialisiert. Dieser Ansatz bringt für die Anwender diverse Vorteile. Durch die Nutzung von integrierten kabellosen Medien liegt eine physikalische Trennung von der bestehenden IT-Infrastruktur vor – der Einbruch in Betreiber- bzw. Herstellernetze ist physikalisch unterbunden. Die Verbindung zwischen Maschine bzw. dem Datenerfassungsgerät und dem zentralen Server ist mit modernen Verschlüsselungsverfahren abgesichert. Im Gegensatz zu VPN erlaubt der Einsatz effizienter Übertragungsprotokolle darüber hinaus eine permanente und regelmäßige Übertragung der Nutzdaten. Eine Methode, die durch sehr viel Protokoll-Overhead eine Unmenge an Datenvolumen erzeugt. Aus wirtschaftlicher Sicht ist sie somit nicht für den Dauereinsatz geeignet.

Die innovativen Ideen und Lösunden der einzelnen Hersteller auf der smart.Remote Service Konferenz zeigten auf beeindruckende Art und Weise, dass M2M auch im Maschinenbau klar auf dem Vormarsch ist. Auch wenn noch nicht alle Herausforderungen gelöst sind und manches noch in den Kinderschuhen steckt, steigt die Akzeptanz und die Wichtigkeit von Remote Services kontinuierlich. Ein Trend, der auch eine technische Konsolidierung in den nächsten Monaten und Jahren mit sich bringen wird.

Microtronics
Follow me